Todesschön

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Blick von der Burgruine Untermontani auf Burg Obermontani bei Morter/Südtirol

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Burgruine Untermontani

Auf Untermontani fand der Marienberger Mönch Beda Weber im Jahr 1834 die Nibelungenhandschrift J von 1312, heute im Besitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zu Berlin.

Bis 1503 war diese Burg im Besitz des Anton von Annenberg, zu dessen Bibliothek die Schrift einst gehörte.

Beda Weber dazu in zwei Briefen:
“Im Schloss Montani habe ich eine Perganmenths. vom Nibelungenliede unter zerstörten Fetzen von Büchern gefunden und gekauft.
“Mein Nibelungenlied vom J. 1323 ist wunderschön, auf Pergament, hat viele höchst bedeutende Zusätze am Ende und ist zu den sechs bekannten Handschriften in Europa die siebente und eine der älteren.”
(aus. J. E. Wackernell, “Beda Weber und die tirolische Literatur”, Innsbruck 1903, S. 155)

“Lukas dachte angespannt nach. „Aber das Codewort haben wir immer noch nicht!“
Leo legte sich wieder flach auf den Boden und studierte die Karte. „Was ist denn das für ein Zeichen, wartet mal! ›R. Obermontani‹ und ›R. Untermontani‹, das hat er auch eingekreist, das liegt ganz nah bei Latsch.“ Sie drehte die alte Wanderkarte um und schaute in der Zeichenerklärung nach. „›R.‹ steht für Ruine, hier ist das Zeichen dafür! Ruine Montani, das habe ich doch irgendwo schon mal gelesen. Genau, jetzt fällt es mir wieder ein, da wurde die Nibelungenhandschrift gefunden! Ein Bauer hat Kisten mit Büchern aus der verfallenen Burg geholt und sie dem Mönch Beda Weber verkauft, darunter war die Nibelungenhandschrift.”

Angela Dopfer-Werner, “Todesschön”

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